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Vortrag von Professor Matthieu Leimgruber (2. Juni 2026)

Vortrag von Professor Matthieu Leimgruber (2. Juni 2026)

Matthieu Leimgruber: „1925–2025–2125: Die Altersvorsorge – eine unendliche Geschichte? “

Das Hauptziel der ARF ist es, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten: Fragen im Zusammenhang mit dem Altersvorsorgesystem stehen daher im Mittelpunkt unseres Interesses. Aus diesem Grund hat der Vorstand der ARF beschlossen, Herrn Matthieu Leimgruber, Professor für Geschichte an der Universität Zürich und renommierter Spezialist für die Geschichte der Sozialversicherungen in der Schweiz, zu einem Vortrag einzuladen.

Professor Leimgruber begann seinen historischen Überblick über die Entstehung des Altersvorsorgesystems im Jahr 1925, als das Schweizer Volk der Verankerung des AHV-Prinzips in der Verfassung zustimmte. Es sollte dann noch mehr als 20 Jahre dauern, bis die AHV vom Grundsatz zur Realität wurde, und mehrere Jahrzehnte, bis sie das heutige Niveau erreichte. Ein schrittweiser Aufbau, der nur verstanden werden kann, wenn man die beiden anderen Säulen des Systems sowie die verschiedenen Interessen berücksichtigt, die dabei eine Rolle spielen (insbesondere jene der Vorsorgekassen und der privaten Versicherungen). Einige der Akteure dieses Aufbaus bedienten sich daher einer regelrechten „Säulen-Semantik“, um ihre Präferenzen für die eine oder andere dieser Säulen zu rechtfertigen.

Doch entgegen dem Eindruck, dass die erste Säule aufgrund der demografischen Alterung geschwächt oder gar teilweise zerstört sei, stellt Professor Leimgruber fest, dass die Kosten der AHV trotz einer Verdreifachung der Zahl der Rentenbezüger seit 1975 nur um 20 % gestiegen sind.

1972 war ein entscheidendes Jahr für die Ausgestaltung dieses Systems, da die drei Säulen in der Verfassung verankert wurden. Die daraus resultierende Entwicklung der beruflichen Vorsorge, die insbesondere durch die Einführung des BVG im Jahr 1985 geprägt war, kam somit einer ganzen Generation zugute. Sie trug aber auch dazu bei, das Wachstum der ersten Säule zu bremsen. Tatsächlich wird das Schweizer Volk erst 2024 die erste Erhöhung der AHV seit 1972 annehmen, und zwar mit der Zustimmung zum Prinzip einer 13. Rente.

Die ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts sind von einer Verschärfung der Debatten geprägt. Technische, komplexe zeitversetzte Debatten, die in Wirklichkeit von gegensätzlichen Weltanschauungen zeugen.

Bevor er die zahlreichen Fragen der Konferenzteilnehmer beantwortete, stellte uns Professor Leimgruber kurz eine aktuelle Studie zur Zukunft der zweiten Säule und damit des Schweizer Altersvorsorgesystems vor:

Deuxième pilier pour tous

Unter diesem Link finden Sie die Unterlagen, die auf der Konferenz von Professor Leimgruber gezeigt wurden:

https://1drv.ms/b/c/bdd56d48ff1b0cd3/IQDnAanHvSNtSJAGGJmDziPKAWTcrCgwuLIEKGN9cyoomAg?e=LVzxSU

 

 

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